Internationaler Tag gegen patriarchale Gewalt 2025

Gegen jeden Krieg!

Kriege sind keine Naturkatastrophen, sondern das Ergebnis patriarchaler Strukturen und imperialistischer Interessen zur Erhaltung von Macht.

Sie sind die brutalste Eskalation eines Systems, das auf Dominanz, Kontrolle, Ausbeutung und Gewalt basiert, ein System, das Menschen in Rollen presst, Hierarchien schafft und Leben nach Nützlichkeit bewertet. Kriege zerstören Körper, Beziehungen, Gemeinschaften und sie zementieren patriarchale Gewalt in allen Lebensbereichen.

Was haben Krieg und patriarchale Gewalt miteinander zu tun?

Patriarchale Gewalt zeigt sich nicht nur im Privaten, sie strukturiert auch politische Entscheidungen und internationale Konflikte. Kriege entstehen in einem System, das Männlichkeit mit Stärke, Eroberung und Gewalt gleichsetzt. “Soldatische Männlichkeit” wird glorifiziert. So wird Gewalt zu einem akzeptierten Mittel der Machtausübung.

In Kriegen wird sexualisierte Gewalt systematisch als Waffe eingesetzt: Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Demütigungen und Zwangsschwangerschaften sind keine “Nebenwirkungen”, sie sind gezielte Mittel zur Zerstörung und Einschüchterung. Frauen, trans*, inter* und nicht-binäre und Personen erleben in Konflikt- und Fluchtsituationen oft mehrfache Gewalt, durch Soldaten, durch Abhängigkeit von Schlepper*innen, in Geflüchtetenunterkünften oder durch fehlenden Schutz.

Krieg verschärft patriarchale Rollenzwänge.

In Kriegszeiten werden alte Geschlechterbilder verhärtet: Männer sollen kämpfen, Frauen sollen “pflegen” oder “reproduzieren”. Trans Frauen werden aufgrund der ihnen bei Geburt zugeschriebenen Männlichkeit zum Kriegsdienst gezwungen, ihre Identität wird ignoriert, ihre Sicherheit missachtet. Staaten beschneiden in Kriegszeiten oft das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung, weil sie “mehr Soldat*innen” brauchen. Kriege rauben den Zugang zu Gesundheitsversorgung,  Verhütungsmitteln, sicherer Geburtshilfe und somit das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung.

Krieg zerstört Leben und die Strukturen, die schützen sollen.

Die Politik redet von “Sicherheit” und “Frieden”, doch meist geht es um geopolitische Interessen, nicht um den Schutz der Zivilbevölkerung. Während Milliarden in Waffen fließen, werden Schutzräume für Gewaltbetroffene gekürzt, Geflüchtete entrechtet und queere Menschen kriminalisiert. Das  verabschiedete Gewalthilfegesetz schafft keinen Schutz für alle: Es definiert geschlechtsspezifische Gewalt ausschließlich über “Frauen”, trans*, inter* und nicht-binäre Menschen bleiben außen vor.

Auch das Aufenthalts- und Asylrecht versagt:

Geflüchtete Frauen, LSBTIQ* und Kinder sind in Unterkünften besonders gefährdet, ohne ausreichenden Schutz. Wer von einem gewalttätigen Partner abhängig ist, riskiert die Abschiebung, wenn die Ehe beendet wird. Betroffene von Menschenhandel erhalten kein gesichertes Aufenthaltsrecht, wenn sie nicht vor Gericht aussagen. Wohnsitzauflagen verhindern, dass Betroffene Schutz in einem anderen Bundesland finden. Diese Zustände sind unerträglich, sie müssen sofort geändert werden!

Was können wir tun?

Kriege sind kein Schicksal, sondern eine politische Entscheidung und wir können ihnen etwas entgegensetzen: Solidarität und Widerstand über Grenzen hinweg. Wir müssen patriarchale Strukturen  und nationales Denken auf allen Ebenen bekämpfen, in der Politik, in unseren Institutionen und in unseren Köpfen. Lasst uns Räume schaffen, in denen wir Fürsorge statt Gewalt, Kooperation statt Konkurrenz und Gerechtigkeit statt Herrschaft leben.

Kommt mit uns am 25. November um 18 Uhr zur Porta Nigra!

Lasst uns gemeinsam laut sein gegen Krieg, gegen patriarchale Gewalt und für ein Leben in Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung.

Bitte verzichtet auf Parteisymbole.

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