Anstehende Aktionen

  • Feministischer Kampftag 2026

    Feministischer Widerstand weltweit – heraus zum 8. März!

    Kommt zur Demo um 13:00 Uhr an der Porta und zum internationalistischen Picknick um 14:30 Uhr im Palastgarten!

    Am 8. März wird jedes Jahr in vielen Teilen der Welt und auch hier in Trier der internationale Feministische Kampftag begangen.

    Im Jahr 1910 erhielt Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz der Sozialistischen Internationalen Zustimmung für einen Frauenkampftag unter dem Motto “Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte”. Inspiriert war die Sozialistin von dem “National Womens Day” der sozialisitischen Partei in den USA, der 1908 erstmals ausgerufen wurde und auf Demonstrationen und Streiks von Arbeiterinnen gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und gleichen Lohn für gleiche Arbeit in New York/Manhatten seit 1857 aufbaute. 

    Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Sozialisten in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz gingen 1911 auf die Straße und forderten das Wahlrecht für Frauen, gleiche Arbeitsbedingungen und politische Teilhabe. Der 8.3. wird mittlerweile seit über 100 Jahren jährlich begangen und knüpft an Jahrtausende von feministischen Kämpfen und Bewegungen weltweit. Wir kämpfen immer in einer Tradition. Dieses Jahr wollen wir gemeinsam unseren Blick weiten und uns verschiedene Bewegungen auf der Welt anschauen, in denen FLINTA- Personen Kommt zur Demo um 13:00 Uhr an der Porta und zum internationalistischen Picknick um 14:30 Uhr im Palastgarten!protestieren, kämpfen, streiken oder durch ein selbstbestimmtes Leben Widerstand leisten. 

    Widerstand richtet sich gegen Gehorsam und gegen Herrschaft. Widerständig handeln bedeutet, sich als hinderlich erweisen: Nicht mitzumachen, nicht zu schweigen, nicht aufzugeben und sich zu wehren. Überall auf der Welt werden Frauen und queeren Menschen ihre Rechte streitig gemacht, ihre Lebensgrundlage entzogen, ihre Körper und ihre Würde bedroht. 

    Und überall auf der Welt schließen sie sich zusammen und leisten Widerstand in den verschiedensten Formen: 

    Iranerinnen verbrennen ihre Kopftücher, schneiden sich ihre Haare ab oder zünden sich Zigaretten am brennenden Bild des Staatsoberhaupts an, um gegen das islamische Regime der Mullahs zu protestieren.

    In Polen und einigen Bundesstaaten der USA organisieren Frauen Untergrundnetzwerke, um ungewollt Schwangeren den Zugang zu einer sicheren Abtreibung zu ermöglichen.

    In Rojava verteidigen Fraueneinheiten der YPG/YPJ die demokratische Selbstverwaltung gegen islamistischen Terror und staatliche Angriffe durch syrisches und türkisches Militär.

    Die Haecksen (deutsche Hacker*innen) erstellen Checklisten gegen cyberstalking und helfen Betroffenen, sich vor Verfolgung und Gewalt zu schützen.

    Afghanische Frauen schließen sich zur Graswurzelbewegung “Powerful Movement” zusammen, organisieren Bildungsangebote und fordern Naan, Kar, Azadi – Brot, Arbeit, Freiheit – trotz Terror durch die Taliban.

    Queere Communities unterstützen trans Frauen bei der Kriegsdienstverweigerung und auf der Flucht aus Russland oder der Ukraine.

    Ni una menos – nicht eine weniger – fordern argentinische Frauen und Queers und protestieren gegen Frauenmorde, Altersarmut und mangelnde medizinische Versorgung für Menschen mit Behinderungen.

    Auf den Phillippinen widersetzen sich indigene Aktivist*innen seit über 50 Jahren Polizei und Militär, um zu verhindern, dass Energiekonzerne den Fluss Chico aufstauen und damit die Landwirtschaft im gesamten Flussgebiet austrocknen.

    All diese Beispiele zeigen auch, dass es bei feministischen Kämpfen eigentlich nie “nur” um Gleichberechtigung geht. Es ist auch ein Kampf gegen ökonomische und ökologische Ausbeutung, Autoritarismus, Militarisierung, Faschismus. Es sind Kämpfe gegen patriarchale und rassistische Gewalt sowie gegen eine Strafjustiz und ein Gefängnissystem, das diese Gewalt nicht beendet, sondern nur weiter aufrechterhält. Es sind feministische Bewegungen, die den Staat nicht als Helfer, sondern als Problem ansehen und für kollektive Sicherheit statt Einzelrechten einstehen.

    Und das sind nur einige von vielen Beispielen, und nur jene, von denen wir auch mitbekommen. Alles was dazwischen liegt, was im Stillen passiert, ist für uns zwar nicht immer sichtbar, aber deshalb nicht weniger widerständig. 

    Was haben diese Kämpfe mit uns hier in Trier zu tun? 

    In Zeiten von Kriegen, Verelendung und weltweit erstarkenden rechtsextremen Kräften scheint es, als würde die Geschichte aus Niederlage nach Niederlage bestehen. 

    Die Beispiele von feministischen Errungenschaften und Kämpfen weltweit zeigen uns, woran wir anknüpfen und bringen Kontinuität in unsere Arbeit. Schon immer haben FLINTA* Personen gegen Ungerechtigkeiten und für ein selbstbestimmtes Leben gekämpft. Auch in Trier stellen wir unsere Arbeit und Kämpfe in diese Tradition. 

    Gegen die Ohnmachtsgefühle angesichts der ständigen Krisen hilft es, uns vor Augen zu führen, dass Widerstand immer möglich ist. 

    Deshalb laden wir euch am 8.3. zu unserer Demonstration und einem internationalistischen Picknick ein. Bringt gern euer Wissen und eure Geschichten mit, wo ihr selbst, eure Freund*innen und Familien oder eure Geschwister im Kampf widerständig waren oder immer noch Widerstand leisten. Schreibt es auf Papier, malt oder zeichnet die Kämpfe, bringt Sprachnachrichten oder Lieder mit oder bereitet einen Redebeitrag vor. Wir treffen uns um 13:00 Uhr an der Porta Nigra und laufen von dort zum Palastgarten, wo wir ab 14:30 Uhr all unser Wissen über feministische Kämpfe weltweit zusammentragen wollen. Wir wollen mit euch lernen, singen, tanzen und essen. Wir wollen die Kraft des Widerstands zusammen spüren.

    Wir wollen mit euch zusammen sichtbar machen, dass es überall, wo gewaltvolle Systeme herrschen, auch Menschen gibt, die sich dagegen zur Wehr setzten. Dass diese Gewalt nicht naturgegeben ist und Menschen überall auf der Welt Gegenentwürfe entwickeln oder verteidigen. Denn Widerstand und Utopien gehen Hand in Hand. Wir kämpfen nicht nur gegen das Patriarchat und den Kapitalismus, sondern auch für ein lebenswertes Leben und für Freiheit. 

    Deshalb rufen wir gemeinsam Berxwedan Jiyan e – Widerstand ist Leben. Wir rufen Jin Jiyan Azadî, me too und el violador eres tu. Wir fordern Ni una Menos und Her mit dem ganzen Leben – Brot und Rosen. Wir fordern, die Scham muss die Seite wechseln und Naan, Kar, Azadi.  FLINTA*, die kämpfen, sind FLINTA*, die leben – lasst uns das System aus den Angeln heben! Hoch die internationale Solidarität!

    Bitte verzichtet auf Parteisymbole.

    Bringt für das Picknick gern eine Decke mit.

    Es gibt Heißgetränke und etwas Warmes zu essen.

    Alle Geschlechter und Menschen in jedem Alter sind willkommen.

    Wenn du dich unwohl fühlst oder Hilfe brauchst, kannst du dich an das Awarenessteam wenden – erkennbar an den lila Westen.

    Wenn ihr schon eine Idee für einen Beitrag habt, schreibt uns gerne im Vorhinein über unsere Kanäle, damit wir diesen fest einplanen können. Falls ihr den Text nicht selbst vortragen wollt oder könnt, können das auch andere übernehmen oder wir stellen den Text beim Picknick aus. 

    Wir freuen uns auf einen widerständigen 8. März mit euch!

  • Internationaler Tag gegen patriarchale Gewalt 2025

    Gegen jeden Krieg!

    Kriege sind keine Naturkatastrophen, sondern das Ergebnis patriarchaler Strukturen und imperialistischer Interessen zur Erhaltung von Macht.

    Sie sind die brutalste Eskalation eines Systems, das auf Dominanz, Kontrolle, Ausbeutung und Gewalt basiert, ein System, das Menschen in Rollen presst, Hierarchien schafft und Leben nach Nützlichkeit bewertet. Kriege zerstören Körper, Beziehungen, Gemeinschaften und sie zementieren patriarchale Gewalt in allen Lebensbereichen.

    Was haben Krieg und patriarchale Gewalt miteinander zu tun?

    Patriarchale Gewalt zeigt sich nicht nur im Privaten, sie strukturiert auch politische Entscheidungen und internationale Konflikte. Kriege entstehen in einem System, das Männlichkeit mit Stärke, Eroberung und Gewalt gleichsetzt. “Soldatische Männlichkeit” wird glorifiziert. So wird Gewalt zu einem akzeptierten Mittel der Machtausübung.

    In Kriegen wird sexualisierte Gewalt systematisch als Waffe eingesetzt: Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Demütigungen und Zwangsschwangerschaften sind keine “Nebenwirkungen”, sie sind gezielte Mittel zur Zerstörung und Einschüchterung. Frauen, trans*, inter* und nicht-binäre und Personen erleben in Konflikt- und Fluchtsituationen oft mehrfache Gewalt, durch Soldaten, durch Abhängigkeit von Schlepper*innen, in Geflüchtetenunterkünften oder durch fehlenden Schutz.

    Krieg verschärft patriarchale Rollenzwänge.

    In Kriegszeiten werden alte Geschlechterbilder verhärtet: Männer sollen kämpfen, Frauen sollen “pflegen” oder “reproduzieren”. Trans Frauen werden aufgrund der ihnen bei Geburt zugeschriebenen Männlichkeit zum Kriegsdienst gezwungen, ihre Identität wird ignoriert, ihre Sicherheit missachtet. Staaten beschneiden in Kriegszeiten oft das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung, weil sie “mehr Soldat*innen” brauchen. Kriege rauben den Zugang zu Gesundheitsversorgung,  Verhütungsmitteln, sicherer Geburtshilfe und somit das Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung.

    Krieg zerstört Leben und die Strukturen, die schützen sollen.

    Die Politik redet von “Sicherheit” und “Frieden”, doch meist geht es um geopolitische Interessen, nicht um den Schutz der Zivilbevölkerung. Während Milliarden in Waffen fließen, werden Schutzräume für Gewaltbetroffene gekürzt, Geflüchtete entrechtet und queere Menschen kriminalisiert. Das  verabschiedete Gewalthilfegesetz schafft keinen Schutz für alle: Es definiert geschlechtsspezifische Gewalt ausschließlich über “Frauen”, trans*, inter* und nicht-binäre Menschen bleiben außen vor.

    Auch das Aufenthalts- und Asylrecht versagt:

    Geflüchtete Frauen, LSBTIQ* und Kinder sind in Unterkünften besonders gefährdet, ohne ausreichenden Schutz. Wer von einem gewalttätigen Partner abhängig ist, riskiert die Abschiebung, wenn die Ehe beendet wird. Betroffene von Menschenhandel erhalten kein gesichertes Aufenthaltsrecht, wenn sie nicht vor Gericht aussagen. Wohnsitzauflagen verhindern, dass Betroffene Schutz in einem anderen Bundesland finden. Diese Zustände sind unerträglich, sie müssen sofort geändert werden!

    Was können wir tun?

    Kriege sind kein Schicksal, sondern eine politische Entscheidung und wir können ihnen etwas entgegensetzen: Solidarität und Widerstand über Grenzen hinweg. Wir müssen patriarchale Strukturen  und nationales Denken auf allen Ebenen bekämpfen, in der Politik, in unseren Institutionen und in unseren Köpfen. Lasst uns Räume schaffen, in denen wir Fürsorge statt Gewalt, Kooperation statt Konkurrenz und Gerechtigkeit statt Herrschaft leben.

    Kommt mit uns am 25. November um 18 Uhr zur Porta Nigra!

    Lasst uns gemeinsam laut sein gegen Krieg, gegen patriarchale Gewalt und für ein Leben in Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung.

    Bitte verzichtet auf Parteisymbole.